Andalucía Acoge stellt sich vor

Anerkennung der ausländischen Mitbürger

Spanien ist heute ein Einwanderungsland und wird dies in Zukunft in noch beträchtlicherem Umfang sein. Das bedeutet aber nicht nur, daß die Zahl der Einwanderer kontinuierlich wächst, sondern auch, daß die Immigration einen dauerhaften Charakter annimmt, weshalb die politische und soziale Anerkennung der Einwanderer in unserer Gesellschaft notwendig ist.

Dies beinhaltet unter anderem folgendes:

  • Die Anerkennung der Bürgerrechte, d.h., den Immigranten müssen die gleichen Rechte und Pflichten zustehen wie allen anderen spanischen Bürgern, ohne jegliche soziale und rechtliche Diskriminierung.
  • Die Begünstigung der Eingliederungs-und Integrationsprozesse auf allen Ebenen , was nicht etwa unterschiedliche Rechte, sondern das Recht auf Unterschiedlichkeit bedeutet. Entsprechende Bemühungen, die verbindend wirken, ohne dabei zu verwechseln und es möglich machen zu unterscheiden, ohne dabei zu trennen, sind sowohl von Seiten der Immigranten als auch der einheimischen Bevölkerung zu leisten.
  • Die Anregung zu einer positiven Form des interkulturellen Zusammenlebens, das die existierenden Unterschiede zu einer Bereicherung der zwischenmenschlichen Beziehungen gedeihen läßt. Unser Ziel ist eine pluralistische Gesellschaft, in der die Rechte aller Mitglieder respektiert werden und in der die kulturellen Beiträge und Identitäten sowohl der einheimischen, als auch der ausländischen Bevölkerung ihren Platz finden.

Unabhängigkeit

Der Verband Andalucía Acoge arbeitet unabhängig und frei von jeglichem äußeren Einfluß sei es politischer, religiöser oder institutioneller Art. Die Organisation ist bemüht, einen kontinuierlichen Austausch mit den Behörden zu unterhalten, sofern dieser der Verteidigung der Rechte der Immigranten dient. In gewissem Sinne sieht sich Andalucía Acoge in einer Stellvertreterfunktion, d.h. die vom Verband geleistete Arbeit wird solange ausgeführt, bis der Staat - und dies ist eine permanente Forderung der Organisation - seine Verantwortung in diesem Bereich übernimmt. Andalucía Acoge ist keine soziale Dienstleistungsgesellschaft. Der Verein setzt sich vielmehr aus einer Gruppe von Menschen zusammen, die über ein Bewußtsein verfügen, das auf Solidarität und Wandel ausgelegt ist. Das bedeutet auch, daß die Mitarbeiter trotz ihrer Unabhängigkeit in ihren Handlungen nicht neutral sind.

Stellungnahme in Bezug auf das Wirtschafts- und Sozialsystem

Da die gegenwärtigen Migrationsströme ihre strukturelle Ursache im neoliberalen System und der Globalisierung haben, nimmt Andalucía Acoge gegenüber diesem System eine abweichende und kritische Haltung ein. Andalucía Acoge setzt auf einen grundlegenden sozialen Wandel: Dieser Anspruch ist verbunden mit der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit und wird von einem Standpunkt aus erhoben, der auf organisatorischer Ebene seinen Ausdruck durch die Verbindung von Protest und konstruktiver Kritik findet. Da die gesellschaftliche Ausgrenzung auf einer ungerechten sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaftsstruktur basiert, arbeitet Andalucía Acoge - zusammen mit vielen anderen Institutionen und Vereinen- darauf hin, unsere Gesellschaft zu Sensibilität und Solidarität anzuregen. Ziel ist es, den fortschreitenden Ausgrenzungsprozeß, der Einwanderer und viele andere soziale Gruppen betrifft, zu bekämpfen.


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